rEZENSIONEN / rEVIEWS

Santa Monica (UA)

'Der Abend ist reines, tolles, erzählendes Schauspielertheater. Besonders die Beziehung der Eltern ist von der Regie sehr glaubwürdig und liebevoll analysiert [...] Der handwerklich ungemein präzise Regisseur Tarik Goetzke deutet die Torturen einer Knochenmark-Übertragung nur an. Er setzt auf Ironie und Poesie. Den richtigen Spender zu finden ist ein kleines Wunder – wie auch diese Uraufführung, die noch lange nachhallt.'

Deutschlandfunk

 

'Wieder handelt es sich um eine Uraufführung, und wieder hat der junge Regisseur eine Feuerprobe mit Bravour bestanden. [...] Es war wohl eine gute, sicherlich keine falsche Entscheidung des Regisseurs, sich nicht sklavisch an die Abfolge der Stückvorlage zu halten. So hat er das Ende des Dramas an den Anfang gestellt und auch über dessen Gliederung souverän hinweggespielt. [...] Filmisch versucht die Inszenierung, die Krankheit in ihrem Verlauf ins Bild zu setzen. Stumm und überlebensgroß erscheint auf der Leinwand das mit Punkten übersäte Gesicht [...] Darsteller und Regie tun ihr Möglichstes, Bewegung in diese vom Zuschauer Konzentration verlangende Aufführung zu bringen. Am Ende gab es einen verdienten Beifall für die gelungene Uraufführung eines schwer zu inszenierenden Stücks.'

Die Rheinpfalz

 

'Dank Tarik Goetzkes zurückhaltender Regie lenkt nichts von der Sprache und den vier Schauspielern ab, die diesen Text-Marathon in all seinen dramatischen Höhen und Tiefen ohne die geringsten Entgleisung und mit nie nachlassender Intensität bewundernswert meistern. Auch die Ausstattung (Bühne und Kostüme: Marcela Snaleslova) ist auf das Notwendigste beschränkt. Ein paar Schiebewände aus Holz und Glas genügen zur Andeutung der wechselnden Klinik-Schauplätze oder dienen als Projektionsfläche für wenige, wohltuend ruhige Video-Einspielungen (Jonas Englert).'

Rhein-Neckar-Zeitung

 

'Tarik Goetzke eröffnet den Abend mit der Schlussszene und setzt gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Das fügt sich in eine Uraufführung, die so unaufgeregt, behutsam und genau ist wie die erstaunlich reife Stückvorlage.'

Theater heute

 

'Am Ende gibt es minutenlangen Beilfall für die Schauspieler und die überaus gelungene Inszenierung von Tarik Goetzke.'

Mannheimer Morgen

 

'In den ersten zehn Minuten des Abends entfesselt das Team um Regisseur Tarik Goetzke einen fulminanten Theaterwirbel. Da stimmt einfach alles: Wie die Hotelangestellten in Kalifornien unseren jungen Helden begrüßen als Zauberkünstler, das Schwarzlicht  im hinteren Teil der Bühne lässt nur ihre weißen Handschuhe und Gesichtsmasken leuchten. Wie Videokünstler Jonas Englert im Film auf der rechten Bühnenseite diesen Helden einsam durch die Wüste laufen lässt. Während er auf der linken sich leibhaftig mit seiner Knochenmarkspenderin trifft, einer kinderlosen Dame über fünfzig. Und wie rasch in dem messerscharfen, zwischen Nähe und Abgrenzung schwankenden Dialog die beiden eine Beziehung zueinander aufbauen, obwohl bloß ein Algothythmus, eine riesige, anonyme Datenbank sie miteinander in Kontakt gebracht hat.'

SWR2

Kalami Beach (UA)

'Mit Slapstick und psychologischem Gespür hat Akin E. Sipal ein großartiges Stück namens „Kalami Beach“ über die Suche nach dem eigenen Ich und dessen Platz in der Welt geschrieben, das just am Nationaltheater Mannheim unter der Regie von Tarik Goetzke seine Uraufführung feierte. Keine Frage, diese Inszenierung lebt ganz von ihren herausragenden Schauspielern. [...] Stattdessen setzt diese überwältigende Aufführung eines Seelenduetts auf atmosphärische Variation. Sobald Ayda und ihre Urlaubsliebe in ihre Kindheitserinnerungen eintauchen, nimmt das ansonsten heitere Setting eine melancholische Gestalt an. Meeresprojektion auf der Bühne, zarte Klavierklänge. [...] eine so lebenskluge wie zeitlose Bühnenerzählung!'

Die Deutsche Bühne

 

'Der durchaus melancholische Text wird von dem Regisseur Tarik Goetzke, der schon Sipals letztes Stück uraufgeführt hat, wunderbar leicht genommen. Und das, obwohl es um Leben und Tod geht [...] Die Mannheimer Uraufführung wird von dem großartigen Fabian Raabe und der noch unglaublicheren Hannah Müller getragen. Die beiden zoomen Sipals lakonische Dialoge performance-artig hoch, so dass eine Nahsicht auf die Figuren entsteht'

SWR2

 

'Niemand gibt die Bequemlichkeiten des eigenen Standpunkts leichtfertig auf. Tarik Goetzke nutzt geschickt Akin E. Sipals bilderreiche Sprache und weiß zudem mit Hannah Müller (Ayda) und Fabian Raabe (Ernst) zwei sympathische, fabelhaft spielende Darsteller an seiner Seite, die offenkundig gewillt sind, unter dem Routineschutt ihrer Branche nach unverstellten Empfindungen zu forschen.'

Mannheimer Morgen

 

'Fabian Raabe und Hannah Müller liefern sich in dem Zwei-Personen-Stück nicht nur dramatische Dialoge und schwelgen in monologischen Erinnerungen. Sie nehmen auch noch die Rolle epischer Erzähler ein, die von sich in der dritten Person sprechen, als würden sie außerhalb ihrer selbst stehen. Regisseur Tarik Goetzke bringt auf einer minimalistischen Bühne nach Kräften Action in dieses „Erzähltheater“, wie Akin Sipal seine Stücke gerne nennt.'

Die Rheinpfalz

Wir sind die Guten

'Das so fabelhaft geschriebene wie fordernde, ohne überflüssige Kulissenschieberei inszenierte Stück verlangt seinem Ensemble einen schauspielerischen Kraftakt ab. Und den meistern die vier jungen Darsteller mit Bravour.'

Mannheimer Morgen

 

'Eine kleine und starke Truppe sind die Absolventen der Theaterakademie in Mannheim in diesem Jahr. Für ihre Abschlussinszenierung im Theater Felina-Areal haben sie mit Mark Ravenhills „Wir sind die Guten“ ein starkes Stück politisches Theater gewählt. Regisseur Tarik Goetzke […] hat es wirkungsstark inszeniert.'

Die Rheinpfalz

Hurenkinder Schusterjungen (UA)

'Die Figuren sind bei Salzmann keine überzeichneten Karikaturen, sondern skizzenhafte Jedermanns. Trotzdem vermag die Inszenierung unter der Regie von Tarik Goetzke ihnen Tiefe zu verleihen - besonders Ali, die im Stück eine starke Veränderung erlebt.'

taz

 

'Der Mut zu neuen Stücken wird am Mannheimer Nationaltheater durchaus belohnt. Neben unvermeidlichen Flops finden sich da immer wieder Perlen des Gegenwartstheaters. [...] Um politischen Realismus geht es aber nicht, sondern um behutsame Seelenerkundung. So hat auch Tarik Goetzke, Regieassistent am Nationaltheater, seine Inszenierung angelegt, als eher abstrakte Versuchsanordnung und psychologisches Experimentierfeld. Als Spielstätte dient ein aus Eisengittern zusammengefügtes Dreieck, gleichermaßen Schutzgatter, Käfig, Boxring (Bühnenbild: Wen Kan). Der Ort hat von Beginn an etwas Gewalttätiges. Die Inszenierung spielt mit dieser Gewaltmetapher, lässt die Figuren immer wieder harsch aufeinander losgehen, lässt zärtliche Annäherung in sexuelle Gewalt umschlagen, lustiges Spiel in brutalen Ernst. Dies macht die Schutzschicht der Figuren noch dünner, legt ihre Verletztheiten und Ängste bloß.'

Die Rheinpfalz

 

'Geradezu preisverdächtig agiert Anne-Marie Lux, ein Springteufel, der die ganze Palette zwischen gespielter Tristesse und akrobatischem Klamauk beherrscht. Sie ist das größte Pfund, mit dem der Regisseur Tarik Goetzke wuchern kann.'

Die deutsche Bühne

 

'Woran sich die Unruhen entzünden, bleibt im Unklaren und ist für die Inszenierung von Regisseur Tarik Goetzke auch nicht von Belang. Ihn interessiert, wie die Figuren mit dem Umbruch um die Ecke umgehen. In größerem Zusammenhang: Wohin mit dem nebulösen Gefühl, dass sich was ändern muss? [...] Die Frage beantworten Stück und Inszenierung inhaltlich desillusionierend und, damit es weh tut, in der Form radikal. Die Hurenkinder und Schusterjungen wechseln Themen, Emotionen, Kostüme in mörderisch schneller Schnittfolge. Es geht Schlag auf Schlag.'

nachtkritik.de

 

'Buchs und Tschech versuchen den Aufstand auszublenden, spielen aber die Straßenszenen mit Ali in sexualisierter Form nach. Zum Symbol ihrer Parallelwelt werden in Tarik Goetzkes Inszenierung Pinguinbilder im Fernsehen – eine Anspielung auf die Realitätsverweigerung des TV-Senders CNN Türk, der zu Beginn der Proteste eine Pinguin-Doku zeigte, statt live zu berichten.'

Süddeutsche Zeitung

 

'Den drei Schauspielern wird eine Menge abgefordert in dem eindreiviertelstündigen Abend, der seine drastischen Effekte mit schwarzem Humor paart.'

Darmstädter Echo

 

'Jeder verbeißt sich in jeden, keiner weiß warum. Alle wollen möglichst viel abbekommen und möglichst wenig investieren.'

Theater heute